Bürofläche pro Mitarbeiter richtig planen

·

Ein zu kleines Büro führt zu schlechter Luft und stört die Konzentration. Zu viel Fläche belastet jeden Monat das Budget. Mit der passenden Bürofläche pro Mitarbeiter richten Sie Räume ein, die alle Vorgaben erfüllen und trotzdem Kosten sparen.

Dieser Leitfaden zeigt klare Zahlen aus der Arbeitsstättenverordnung und den Arbeitsstättenregeln (ASR), erklärt den Rechenweg und gibt Hinweise, wie Desk Sharing den Bedarf weiter senkt. Außerdem erhalten Sie unseren Guide, wie Sie Bürokosten ohne Produktivitätsverluste um bis zu 30% senken.

Bürofläche pro Mitarbeiter – Das Wichtigste in Kürze

  • Pro Schreibtisch mindestens 8m² für Arbeit und Bewegungsfreiheit einplanen
  • In offenen Büros empfehlen sich etwa 12–15m² pro Mitarbeiter, um auch Gemeinschaftsflächen abzudecken
  • Durchschnittliche Büro-Tage je Mitarbeiter ermitteln, um den realen Platzbedarf festzulegen
  • Mit geteilten Arbeitsplätzen und Homeoffice sparen Sie bis zu 30% Fläche und senken Kosten

Was zählt alles zur Büronutzfläche?

Die Büronutzfläche umfasst alle Bereiche, in denen Mitarbeiter ihre täglichen Aufgaben erledigen. Bei der Flächenplanung erscheinen häufig ähnliche Begriffe, die sich aber unterscheiden:

  • Bruttogrundfläche: gesamte begehbare Fläche eines Geschosses, inklusive Wände und Schächte.
  • Nutzungsfläche: Teil der Bruttogrundfläche, der tatsächlich der Arbeit dient (Schreibtische, Meetings, Projektzonen, Archive usw.).
  • Verkehrsfläche: Flure, Treppen, Foyers; hier wird nur gegangen, nicht gearbeitet.
  • Technikfläche: Raum für Haustechnik wie Server, Lüftung oder Elektroverteiler.

Wie groß muss die Bürofläche pro Mitarbeiter sein?

Die Arbeitsstättenverordnung gibt das untere Limit zur Bürofläche pro Mitarbeiter vor, die ASR liefert praxisnahe Richtwerte:

Einzel- und Zweierbüro

  • Mindestens 8m² pro Arbeitsplatz und 6m² für jeden weiteren Arbeitnehmer; besser generell 10m² pro Platz einplanen, um Bewegungsflächen und Stauraum abzudecken.
  • Raumhöhe muss bei bis zu 50m² Grundfläche bei 2,50m liegen, über 50m² steigt sie schrittweise an.: Desk Sharing und reduzierter Platzbedarf sparen Miete, Strom und Reinigung.

Gruppen- und Großraumbüro

  • Pro Person 12–15m² einplanen, da mehr Verkehrsflächen und Bereichsaufteilungen nötig sind.
  • Akustik, Belüftung und Beleuchtung beeinflussen das Wohlbefinden und sollten bereits in der Flächenrechnung berücksichtigt werden. an.: Desk Sharing und reduzierter Platzbedarf sparen Miete, Strom und Reinigung.

Wie viele Leute dürfen in einem Büro sitzen?

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) rät dazu, in Gruppenbüros ab drei Personen etwa 10 bis 12 m² pro Mitarbeiter vorzusehen. Dabei handelt es sich um Orientierungspunkte und nicht um verpflichtende Flächenvorgaben. Daraus ergibt sich folgende Quadratmeterzuordnung je nach Personenzahl:

Personenzahl Basis-Quadratmeter (m²) Quadratmeter (m²) für Gruppenbüros
1 8 10
2 14 20
3 20 30
4 26 40
5 32 50
10 68 100
20 128 200
25 152 250

Übersichtliche Orientierungswerte für Ihren Platzbedarf

Durch die Richtwerte bestimmen Sie in wenigen Minuten, welche Fläche zu Ihrem Nutzungsmuster passt:

Nutzungssituation Fläche pro Arbeitsplatz (in m²)
Kompakte Nutzung, wenig Events 10-12
Normale Meetingraum-Auslastung 13-15
Hoher Event-/Meetingbedarf 16-20

Rechenweg: Bürofläche pro Mitarbeiter richtig kalkulieren

Mit dieser Methode ermitteln Sie den tatsächlichen Flächenbedarf auf Basis Ihrer Anwesenheitsdaten:

  • Mitarbeiterzahl multiplizieren mit der durchschnittlichen Anzahl von Büro­tagen pro Woche (Ø Büro-Tage – Ø Abwesenheit)
  • Ergebnis durch fünf teilen und mit der gewählten Flächenklasse (10–12 / 13–15 / 16–20m²) multiplizieren
  • Abschließend etwa 10–20% Reserve hinzufügen, um Spitzen­tage abzudecken

Schritt 1: Anwesenheit ermitteln

  • Daten aus Urlaubs-, Krank- und Homeoffice­-Statistiken zusammentragen
  • Durchschnittliche Präsenztage pro Mitarbeiter berechnen

Schritt 2: Flächenklasse wählen

  • Kompakt (10–12m²), ausgewogen (13–15m²) oder fokussiert auf Meetings (16–20m²) 
  • Abhängig von Besprechungs­häufigkeit und Raum­nutzung die Klasse wählen

Schritt 3: Reserve einplanen

  • 10–20 % zuzählen, wegen möglicher Sonderbelegungen
  • Puffer hilft, kurzfristige Terminspitzen aufzufangen und verschlüsselte Laufwerke, um vertrauliche Informationen zu schützen.

Desk Sharing und hybrides Arbeiten richtig einplanen

Desk Sharing und hybride Arbeitsmodelle reduzieren den Flächenbedarf und steigern die Auslastung vorhandener Arbeitsplätze. Um das Konzept reibungslos umzusetzen, gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Ermitteln Sie Ihre effektive Anwesenheitsquote und berechnen Sie den Schreibtischbedarf daraus (Mitarbeiterzahl × (Ø Büro-Tage/Arbeitstage) = benötigte Schreibtischplätze).
  • Definieren Sie eine Desk-Sharing-Quote (z.B. 0,7 = sieben Schreibtische für zehn Mitarbeiter) und passen Sie die Platzanzahl entsprechend an.
  • Legen Sie feste Büro- und Homeoffice-Tage fest, damit Teams ihre Anwesenheit frühzeitig abstimmen können.
  • Reservieren Sie separate Bereiche für Ad-hoc-Besprechungen, damit kurzfristige Treffpunkte nicht den Hauptarbeitsplatz blockieren.
  • Analysieren Sie monatlich die Auslastungsberichte und justieren Sie die Schreibtischanzahl bei Bedarf nach.

Checkliste zur regelkonformen Planung der Bürofläche pro Mitarbeiter

Folgen Sie diesen Schritten, um Vorschriften einzuhalten und den vorhandenen Arbeitsraum optimal zu nutzen:

  • Daten erheben: Anwesenheit, Urlaubs- und Krankheitstage sowie Möbelflächen erfassen
  • Flächenklasse wählen: 10–12 m², 13–15 m² oder 16–20 m² – je nach Nutzungsmuster
  • Mindestanforderungen prüfen: Bewegungsräume, Fluchtwege, Raumhöhe und Beleuchtung
  • Betriebsrat einbinden: Regeln zu Fläche, Homeoffice und Kostenbeteiligung schriftlich festlegen
  • Umsetzungsplan erstellen: Pilotgebiet festlegen, Zeitplan und Review-Termine vereinbaren

Sedeo als Flächenscan und Buchungsplattform

Mit Sedeo erkennen Sie live, welche Bereiche Ihres Büros stark genutzt werden und wo noch Kapazitäten frei sind.

  • Heatmap-Darstellung zeigt die Verteilung von Belegungen und Spitzenzeiten auf einen Blick
  • Automatische Aktualisierung der Flächenauslastung durch Echtzeit-Daten aus dem Buchungssystem
  • Export von Flächenberichten und KPI-Analysen als Schritt-für-Schritt-PDF für Ihre Planung
  • Anbindung an Kalender und Facility-Tools ermöglicht reibungslose Verwaltung von Arbeitsplätzen und Besprechungsräumen

Bürofläche pro Mitarbeiter – Häufige Fragen und Antworten

Welche Mindestgröße muss ein Büro laut Arbeitsstättenverordnung haben?

Ein Einzelarbeitsplatz benötigt laut Arbeitsstättenverordnung für das Büro mindestens 8m² Nettoraumfläche bei einer Raumhöhe von 2,50m. Die ASR A1.2 verlangt außerdem eine Bewegungsfläche von mindestens 1,20m vor Bildschirm und Schreibtisch.

Was regelt die Arbeitsstättenrichtlinie für das Büro?

Die Arbeitsstättenrichtlinie für das Büro konkretisiert Forderungen der ArbStättV für Bildschirmarbeitsplätze, Fluchtwege, Beleuchtung und Raumklima. Sie legt fest, wie Flächen aufzuteilen und zu gestalten sind, damit Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter gewahrt bleiben.

Wie unterscheidet sich die Bürofläche nach DIN 277 von der Nutzfläche?

Die DIN 277 trennt die Bruttogrundfläche, die alle Geschossflächen umfasst, von der Nutzungsfläche, die nur Arbeits- und Gemeinschaftsflächen beinhaltet. Für die Berechnung der Bürofläche pro Mitarbeiter zählt als Basis die Nettoraumfläche abzüglich Verkehrs- und Technikflächen.

Welche Flächenvorgaben gelten für Besprechungsräume?

Besprechungsräume zählen zu den Gemeinschaftsflächen und benötigen pro Person etwa 1,5m² Kreisflächenradien plus Bestuhlung und Tische. Zusätzlich sind Fluchtwegbreiten und Rettungszeichen gemäß ASR A1.2 zu planen, um eine schnelle Evakuierung zu ermöglichen.

Wie unterstützt Sedeo die Analyse der Büroflächen-Auslastung?

Sedeo bietet Heatmaps und Live-Daten zur Auslastung aller Arbeitsplätze, sodass freie und belegte Bereiche sofort erkennbar sind. Die Plattform erstellt automatisierte Auslastungsberichte und KPI-Exporte, die sich problemlos mit ArbStättV-Vorgaben abgleichen lassen.

Kann Sedeo Raumberichte nach Arbeitsstättenverordnung generieren?

Ja, Sedeo generiert standardisierte Flächenberichte, die die tatsächliche Auslastung mit den Mindestgrößen der Arbeitsstättenverordnung Büro abgleichen. Damit erhalten Sie auditfähige Nachweise zur Einhaltung der Flächenvorgaben und ASR-Richtwerte.